Aktuelle Meldungen aus dem Science Fiction - Universum


Arthur C. Clarke Award 2020

 

Der (noch?) nicht ins Deutsche übersetzte Roman "The Old Drift" von Namwali Serpell hat den diesjährigen Arthur C. Clarke Award gewonnen. Serpell, eine aus Sambia stammende und seit ihrer Kindheit in den USA lebende Autorin, konnte diesen renommierten Preis somit gleich mit ihrem ersten Roman - einem afrikanischen Familienepos über drei Generationen - erringen. Das ist umso beachtlicher, da die Liste der mitnominierten Werke wahrlich nicht von schlechten Eltern war: mit "The City in the Middle of the Night" von Charlie Jane Anders war der aktuelle Locus-Siegerroman ebenso vertreten wie Arkady Martines frisch gebackener Hugo-Gewinner "Im Herzen des Imperiums (A Memory Called Empire)", "The Light Brigade" von Kameron Hurley, "Die letzte Astronautin" von David Wellington sowie "Cage of Souls" vom 2016er Clarke-Award-Gewinner Adrian Tchaikovsky.

HIER geht's zur Übersicht über alle bisherigen Siegerromane des Arthur C. Clarke Award.
Ein herzlicher Glückwunsch geht an die Autorin, ein Wink mit dem Zaunpfahl an die deutschen Verlage!

 

 

23. September 2020



100. Geburtstag von Ray Bradbury

 

Ray Bradbury, heute vor einhundert Jahren in Illinois geboren und 2012 in Los Angeles verstorben, war einer der prägendsten, einflussreichsten, kreativsten und schlicht und ergreifend besten Autoren von phantastischer Literatur. Legendär und bis heute erfolgreich sind seine Klassiker wie "Fahrenheit 451", "Die Mars-Chroniken" oder "Das Böse kommt auf leisen Sohlen". Wie so viele SF- (und Horror-) Autoren seiner Zeit hinterließ er zudem ein umfangreiches Werk an Kurzgeschichten - hier sei beispielhaft die immer noch verfügbare Sammlung "Der illustrierte Mann" genannt. Und was nicht selbstverständlich ist: Auch heute noch sind  seine Werke hochaktuell und mit großem Genuss lesbar. Es lohnt sich noch immer!

 

22. August 2020

Photo by Alan Light, CC BY 2.0
Photo by Alan Light, CC BY 2.0



01. August 2020

Hugo Awards 2020

 

In der vergangenen Nacht wurden in Neuseeland die Hugo Awards 2020 verliehen.

In der Kategorie "Bester Roman" siegte 

 

        "Im Herzen des Imperiums"

        von Arcady Martine.

 

Das unter Pseudonym veröffentlichte Romandebüt der Historikerin AnnaLinden Weller bildet den Auftakt zu einer Reihe, in der es vor weit gespanntem Space Opera - Hintergrund in erster Linie um Politik, Diplomatie und gesellschaftliche Themen geht. Erfreulich: In der Übersetzung von Jürgen Langowski ist es bereits auf deutsch erhältlich.


 

Außerdem wurden auf dem diesjährigen WorldCon, der aus nachvollziehbaren Gründen erstmals komplett online stattfand, auch wieder sogenannte "Retro Awards" vergeben, und zwar diesmal zum 75jährigen Jubiläum für das Jahr 1945. Als bester Roman wurde dabei "Schatten über dem Mars" von Leigh Brackett geehrt. Eine deutsche Übersetzung existiert zwar, ist aber nur noch antiquarisch erhältlich ... und auch das nur mit etwas Glück.

 

Eine Übersicht über sämtliche Siegertitel in allen Kategorien findet sich auf der offiziellen Hugo Award - Homepage.

 

 


28. Juni 2020

Die Gewinner der Locus Awards 2020 wurden bekanntgegeben. In der Sparte "Bester Science Fiction Roman" siegte

      

    "The City in the Middle of the Night"

     von Charlie Jane Anders. 

 

Nach dem Nebula Award 2016, den Anders sich seinerzeit für "Alle Vögel unter dem Himmel" sichern  konnte, ist dieser auf einem äußerst lebensfeindlichen Planeten spielende Roman bereits der zweite, mit dem sie einen der "großen" Preise abräumen konnte. Fehlt eigentlich nur noch der "sf-Lit Award" ... Doch dazu wäre eine Übersetzung ins Deutsche Bedingung - auf diese warten wir nun also hoffnungsfroh. 



Die Locus Awards werden zudem noch in mehreren weiteren Romankategorien vergeben. Im Bereich Fantasy gewann "Middlegame" von Seanan McGuire (noch nicht übersetzt), den Titel in der Sparte Horror sicherte sich Marlon James mit "Schwarzer Leopard, roter Wolf" (OT: Black Leopard, Red Wolf). Beim Besten Debütroman siegte Tamsyn Muir mit "Ich bin Gideon" (OT: Gideon the Ninth).

 

Die diesjährigen Locus - Preisträger sämtlicher Kategorien können HIER  eingesehen werden.



08. Juni 2020

Die Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises 2020 stehen fest!

 


Bei den deutschsprachigen Romanen konnte sich erneut, wie schon im Vorjahr und zum insgesamt bereits zehnten Mal, Rekord-Titelträger Andreas Eschbach den Preis sichern.

 

In der Kategorie Bestes Ausländisches Werk gewann mit "Die Zeuginnen" von Margaret Atwood der Nachfolgeroman des Klassikers "Der Report der Magd".

 

Zur besten Kurzgeschichte wurde "Koloss aus dem Orbit" von Jacqueline Montemurri gekürt (erschienen im Magazin Exodus 39).

 

Eine Gesamtübersicht mit allen Preisträgern findet sich HIER auf der offiziellen KLP-Webseite.

 

 


02. Juni 2020

Aus aktuellem Anlass soll hier kurz auf sechs interessante SF-Bücher hingewiesen werden, die von schwarzen Autorinnen und Autoren verfasst wurden und die hier und heute ganz spontan auf der persönlichen Einkaufsliste gelandet sind.

Es wird demnach also keine "klassische" Kaufempfehlung ausgesprochen, denn zu Inhalt oder Qualität kann an dieser Stelle noch nichts gesagt werden (obwohl es in allen Fällen deutliche Hinweise gibt, die optimistisch stimmen).

Wie dem auch sei: Wann, wenn nicht jetzt, bietet es sich an, ganz gezielt nach ganz bestimmten Autorinnen und Autoren Ausschau zu halten?

 

Damit lässt sich der Rassismus in den USA logischerweise nicht bekämpfen, lassen sich die dortigen aktuellen Geschehnisse nicht beeinflussen. Ebenso wenig lässt sich damit der Rassismus in Deutschland bekämpfen. Bestenfalls können die Autorinnen und Autoren ein winziges bisschen unterstützt werden. Wir können sie kennenlernen, ihre Stimmen hören und aktiv weitertragen. Wenn damit zumindest ein klitzekleines Zeichen der Solidarität gesetzt werden kann, dann ist das zwar nicht viel - aber mehr als nichts.

 

Und so ganz nebenbei darf man sich ja auch noch auf sechs hochinteressant klingende Romane freuen. Insofern also doch eine Kaufempfehlung!

 

 

 

 

 

 

Tade Thompson

"Rosewater (Wormwood Trilogie, Teil 1)"

Arthur C. Clarke Award 2019


 

 

 

 

Nnedi Okorafor

"Wer fürchtet den Tod"

Kurd-Laßwitz-Preis 2018


 

 

 

 

Octavia E. Butler

"Kindred - Verbunden"

Klassiker


 

 

 

 

James A. Sullivan

"Die Stadt der Symbionten"

Sympathischer Typ, cool klingende Story


 

 

 

 

Akwaeke Emezi

"Süßwasser"

Otherwise Award (fka James Tiptree Jr. Award) 2020


 

 

 

 

N.K. Jemisin

"Brennender Fels (Die große Stille, Teil 2)"

Hugo Award 2017



31. Mai 2020

 

 

Die Gewinner der Nebula Awards 2019 

wurden bekanntgegeben.

 

 

 

 

 

                 Hier ist der Sieger in der

                 Kategorie "Bester Roman":

 

 

 

 

Eine Übersicht über die Gewinner

aller Kategorien findet sich HIER.

 


 

"A Song for a New Day" ist ein Roman, der thematisch nicht aktueller sein könnte: Nach einer globalen Pandemie herrscht ein striktes Versammlungs- und Kontaktverbot. In der Geschichte geht es um eine Musikerin, deren steile Karriere dadurch jäh gestoppt wurde, um eine junge Frau, die zum ersten Mal überhaupt "unter Menschen geht" sowie um eine blühende Underground-Szene, in der illegale Konzerte veranstaltet werden.

 

Sarah Pinskers Name taucht seit einigen Jahren regelmäßig auf den Nominierungslisten der einschlägigen Genrepreise auf. Den Nebula Award gewann sie sogar bereits einmal, und zwar im 2016er Jahrgang in der Kategorie "Best Novelette" (=Beste Erzählung).

Leider wurde bisher noch kein einziges Werk der Autorin ins Deutsche übersetzt. Liebe Verlage: Wann, wenn nicht jetzt?!

 

 


17. Mai 2020

Deutscher Science Fiction Preis 2020

 

Der Siegerroman des DSFP 2020 steht fest:

 

   "Der Würfel" 

von Bijan Moini

  

Den Preis für die 'Beste Kurzgeschichte' gewinnt

     "Don't be evil"    

            von Tom Turtschi,

erschienen in der Anthologie "Nova 28"

       beim Verlag p.machinery.

  

Sämtliche Platzierungen sowie die

             offizielle Bekanntmachung auf der

                   DSFP-Homepage finden sich HIER.



08. Mai 2020

Wenn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte

Alternativweltgeschichten als Horrorszenario

 

Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich vor seinen alliierten Kriegsgegnern, womit nach fast sechs Jahren der 2. Weltkrieg - zumindest in Europa - endete. Heute, also auf den Tag genau 75 Jahre nach dieser Befreiung von der faschistischen Schreckensherrschaft, können wir nur erahnen, was der Welt dadurch erspart geblieben ist. Ein Blick in die Archive, die die Pläne der Naziführung für die Zeit nach dem Krieg dokumentieren, lässt Schlimmes erahnen.

Die Frage "Was wäre, wenn ...?" ist eines der wichtigsten ...

>> zum gesamten Artikel  

 

 


24. März 2020

Nominierungen für den DSFP 2020

 

 

 

Heute wurden die

    Nominierungen für den diesjährigen

 

         Deutschen Science Fiction Preis

 

         bekannt gegeben.

 

 

 

   In der Kategorie "Bester Roman"

         stehen die folgenden 8 Werke

                          auf der Vorschlagsliste:


 

 

In der Kategorie "Beste Kurzgeschichte" gibt es 9 Nominierungen. Hier sind sie: 

Gabriele Behrend: "Partition" (aus: Gegen Unendlich 15)

Emma Braslavsky: "Ich bin dein Mensch" (aus: 2029 - Geschichten aus der Zukunft)

Christopher Ecker: "Vom Krug auf dem Hügel in Tennessee" (aus: Exodus 39)

Karl Wolfgang Flender: "Requiem" (aus: 2029 - Geschichten aus der Zukunft)

Dimitrios Kasprzyk: "Der letzte Bibliothekar / Byzantium" (aus: Krieg der Mondvölker)

Jacqueline Montemurri: "Koloss aus dem Orbit" (aus: Exodus 39)

Nadine Muriel: "Coleo" (aus: Alien Eroticon)

Tom Turtschi: "Don't Be Evil" (aus: Nova 28)

Wolf Welling: "Strandsand" (aus: Nova 28) 

 

 

HIER geht's zur offiziellen DSFP - Website.

 

 


29. Februar 2020

'sf-Lit' hilft: Bestens gerüstet für den Weltuntergang!

 

Endzeitstimmung? Drohende Apokalypse? Jetzt gilt es, sich den entscheidenden Wissensvorsprung zu sichern! Aus aktuellem Anlass finden sich hier ein paar Lektüretipps, um im Fall der Fälle optimal auf den Überlebenskampf in einer entvölkerten Welt vorbereitet zu sein.

>> HIER entlang

 

 


11. Februar 2020

Zum 100. Geburtstag von Daniel F. Galouye

 

Heute wäre der US-amerikanische Autor Daniel F. Galouye hundert Jahre alt geworden. Bedauerlicherweise verstarb er einst bereits im Alter von 56 Jahren, dementsprechend ist seine literarische Hinterlassenschaft recht übersichtlich: neben einer Reihe von Kurzgeschichten und Novellen schrieb er insgesamt fünf Romane.

Sein Debüt "Das dunkle Universum"  (Originaltitel: "Dark Universe") über eine in vollkommener Dunkelheit lebende post-atomare Zivilisation erschien 1961 und war sogleich für den Hugo Award nominiert. Auch das zwei Jahre später veröffentlichte Buch "Die gefangene Erde" (OT: "Lords of the Psychon") spielt in einer verwüsteten Welt - diesmal allerdings war eine Alieninvasion Schuld daran. 1964 folgte dann der Roman "Simulacron-3", der durch die beiden Verfilmungen "Welt am Draht" von Rainer Werner Fassbinder (1973) sowie "The 13th Floor" (1999) zu seinem wohl bekanntesten Werk avancierte und Themen späterer SF-Meilensteine wie beispielsweise "Matrix" bereits vorwegnahm.

In "Weltraumschiff Nina meldet" (OT: "A Scourge of Screamers") aus dem Jahr 1966 spielen erneut sowohl Aliens als auch atomare Zerstörung eine Rolle - aber letztlich ist dann doch vieles anders als es zunächst scheint ...

Galouyes letzte Romanveröffentlichung "Der unendliche Mann" (OT: "The Infinite Man") von 1973 entstand aus Motiven zweier bereits in den 50er Jahren veröffentlichten Storys: "Tonight the Sky Will Fall" und "The Day the Sun Died". Letztere war übrigens unter dem Titel "Als die Sonne starb" bereits 1965 schon einmal als einzelne Novelle in deutscher Übersetzung veröffentlicht worden.

 

Sowohl die meisten der hier genannten Romane als auch die diversen zu seiner Zeit herausgegebenen Kurzgeschichtenbände sind leider nicht mehr auf deutsch verfügbar - lediglich seine beiden bekanntesten Werke "Dunkles Universum / Dark Universe" und "Simulacron-3" wurden in jüngster Vergangenheit von aufmerksamen Kleinverlagen neu aufgelegt und sind somit wieder erhältlich. Für alles andere ist mit etwas Geduld sicher noch der eine oder andere antiquarische Fang möglich.

 

Im Jahr 2007 wurde Daniel F. Galouye der "Cordwainer Smith Rediscovery Award" zuerkannt - eine Auszeichnung, die an einflussreiche, aber zu Unrecht in Vergessenheit geratene SF-Autoren erinnern soll. Eine wohlverdiente Anerkennung für den seit heute Hundertjährigen.