Die Neuerscheinung des Monats



An dieser Stelle soll monatlich eine Neuerscheinung vorgestellt werden. Und zwar diejenige, die - wie immer

nach streng subjektiven Kriterien beurteilt - am interessantesten erscheint.

 

Das kann beispielsweise eine lang erwartete Erstübersetzung sein 

oder der neueste Roman einer besonders verdienten Autorin

oder das spannend klingende Debüt eines Newcomers

oder ein endlich wieder neu aufgelegter Klassiker.

 

Für alle diese Empfehlungen gilt:

Sie erscheinen ja erst im aktuellen Monat und wurden somit in der Regel noch nicht durch sf-Lit "getestet".

Es handelt sich also nicht um Erfahrungsberichte oder gar Rezensionen, sondern sozusagen um erwartete Highlights.

Lesen und urteilen müssen wir also alle erst noch selber! Nein, müssen wir natürlich nicht - aber dürfen wir!


 

 

Januar

2023

Neues von Stephen Baxter! Im aktuellen (Einzel-)Roman des überaus produktiven Briten muss sich die Menschheit mit einem außergewöhnlich schwerwiegenden Problem herumschlagen: Die Sonne ist weg! Wie wir diesen Autor kennen, steckt bestimmt etwas wirklich ganz, ganz Großes dahinter. Und eine völlig logische Erklärung. Irgendwie ...



 

 

Dezember

2022

Aiki Mira darf wohl ohne Übertreibung als Shooting Star der deutschen SF bezeichnet werden. In diesem Jahr waren drei ihrer Kurzgeschichten sowohl für den DSFP als auch für den KLP nominiert, die Story "Utopie 27" gewann dann auch tatsächlich beide Preise. Zudem erschien ihr erster Roman "Titans Kinder". Mit "Neongrau" folgt nun bereits der mit Spannung erwartete nächste Streich: Cyberpunk aus Deutschland - modern, frisch und sprachgewaltig. Her damit!



 

 

November

2022

Nach "The Shelter", "Out of Balance" und "Born" erscheint mit "A.R.T." im November bereits der vierte Science-Fiction-Roman von Kris Brynn, der neben der gewohnten Mischung aus Action, Humor, knackigen Dialogen und originellen Charakteren zudem ein doch eher selten behandeltes Thema verspricht: Kunst im Weltraum! Das kann doch nur interessant werden.



 

 

Oktober

2022

Im Januar erschien der Hugo-, Nebula- und Locus-Gewinnerroman "Die Berechnung der Sterne" auf Deutsch, die Fortsetzung erwartet uns nun schon im Oktober. Dank an den Piper Verlag, dass er uns hier nicht lange warten lässt! Im amerikanischen Original existiert bereits ein dritter Roman aus dem "Lady Astronaut"-Universum, ein vierter folgt in Kürze. Da heißt es: Dranbleiben, Piper! (... und alle deutschsprachigen SF-Fans da draußen!)



 

 

September

2022

Annika Beer veröffentlicht Romane in verschiedensten Genres, und wie es sich für eine ernstzunehmende Autorin gehört, darf dabei natürlich auch die Science-Fiction nicht fehlen! In dieser in der nahen Zukunft angesiedelten Geschichte geht es um Virtuelle Welten, Social Media, Online-Gaming und allmächtige Großkonzerne - kurz: um heute schon aktuelle Themen, die in den nächsten Jahren zweifellos noch prägender werden. Moderne SF auf der Höhe der Zeit also!



 

 

August

2022

Dieser SF-Monat hat's in sich: Ein neuer Eschbach erscheint, ebenso der zweite Teil von Arkady Martines "Imperium"-Trilogie ... doch hier soll stattdessen auf "Mickey 7" von Edward Ashton hingewiesen werden. Der Roman um einen Klon, der sich weigert, zu sterben, wird mit Andy Weir- und John Scalzi- Referenzen beworben; die Verfilmung soll bereits im kommenden Jahr in die Kinos kommen. Marketingsprech hin oder her ... das dürfte ein großer Spaß werden!



 

 

Juli

2022

Der sechste Teil einer Reihe als Tipp des Monats? Nun, erstens scheint hinsichtlich der Anzahl an Neuerscheinungen im Juli ein Sommerloch zu herrschen, und zweitens macht Jodi Taylors Zeitreise-Serie um die sympathische Chaotin Madeleine Maxwell einfach Spaß! (Zur Erinnerung sei nochmal auf die Rezension zu Teil 1 verwiesen.) Ihre Fans müssen sich übrigens keine Sorgen machen: Die Übersetzung von Teil 7 erscheint Anfang 2023 und im englischen Original gibt es bereits 13 Bände (and still counting).



 

 

Juni

2022

Als leichte (Urlaubs-?)Lektüre für zwischendurch bietet sich dieses knackig-kurze Buch des ansonsten eher für epische Fantasy bekannten Amerikaners Kevin Hearne an. Wobei "leicht" sich hier auf Spaß, Humor und Tempo bei relativ überschaubarem Tiefgang bezieht. Schwere Kost (sic!) ist es auf anderer Ebene aber dennoch - schließlich geht's um menschenfressende Aliens! Doch für Leute mit stabilem Magen und einem Faible für schwarzen Humor könnte das ein echter Leckerbissen werden.

Kritisch anmerken muss man allerdings, dass 16 bzw. 14 Euro für eine knapp 130-seitige Novelle (der Rest ist eine Leseprobe) ganz schön happig sind.



 

 

Mai

2022

Welche konkreten Auswirkungen die Klimakatastrophe im Einzelnen haben wird, kann niemand genau absehen. Doch dass sie dramatische Veränderungen des alltäglichen Lebens mit sich bringen wird, ist mittlerweile sicher. Umso interessanter (und zugleich erschreckender) ist es, sich vorzustellen, wie die Menschen darauf reagieren und damit umgehen werden. So wie es Diane Cook in ihrem für den Booker Prize nominierten Debütroman getan hat.



 

 

April

2022

Wer Romane wie "Brïn" oder "Was Preema nicht weiß" (Shortlist des sf-Lit Award 2021) gelesen hat, dürfte bereits Fan der Selfpublisherin Sameena Jehanzeb sein und sich dementsprechend schon auf ihren nächsten Roman freuen. Für alle anderen ist die Story um Mörder, Stalker und virtuelle Welten des 23. Jahrhunderts eine gute Gelegenheit, die Autorin kennenzulernen. 



 

 

März

2022

Wenn die Triple-Hugo-Abräumerin N.K. Jemisin ein neues Buch veröffentlicht, dann darf man auf jeden Fall gespannt sein. Die Inhaltsangabe dieses Romans klingt mindestens genauso abgefahren wie ihre "Die große Stille" - Trilogie. Hier: Wenn Städte Seelen haben!

Ist das SF, Fantasy, Weird Fiction oder eine Mischung aus allem? Egal. Es muss gelesen werden!



 

 

Februar

2022

Jahrelang, jahrzehntelang - nein, eigentlich schon immer - dominierten düstere Szenarien die SF, wohl weil sie vermeintlich besser geeignet seien, auf aktuelle Missstände hinzuweisen und damit spannende Geschichten zu erzählen. Doch immer lauter wird der Ruf nach positiven Zukunftsentwürfen. Es gab und gibt zwar zu jeder Zeit Beispiele für solche Romane, aber sie bilde(te)n doch stets Ausnahmen. Theresa Hannig, eine der neuen, interessanten Stimmen der deutschsprachigen SF, legt nun eine eben solche Geschichte vor, die nicht nur Probleme und Gefahren aufzeigt, sondern auch Lösungen. Das wollen wir lesen!



 

 

Januar

2022

Wenn ein Roman, der Hugo-, Nebula- und Locus Award gewonnen hat, mit einigen Jahren Verspätung endlich auf deutsch erscheint, dann gibt es nicht viel zu überlegen. Zuschlagen! Zumal diese in den 1950er Jahren angesiedelte Alternativweltgeschichte auch thematisch hochinteressant klingt. Besonderer Dank an den Piper Verlag! Next Stop: Teil 2 der Reihe ...



 

 

Dezember

2021

Die Verlegerin Regina Denk hat unter dem Pseudonym Fanny König bereits erfolgreiche Regionalkrimis veröffentlicht. Als Marion Herzog legt sie mit "Algorytmica" nun ihren ersten SF-Roman vor, dessen Setting eine Mischung aus Cyberpunk, Dystopie, Thriller und Postapokalypse verspricht. Willkommen in der Science-Fiction-Welt! Wir sind gespannt.



 

 

November

2021

Uwe Post, mit "Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes" im Jahr 2011 Gewinner des DSFP und KLP, veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit knackig-kurze, humorvolle, zumeist etwas schräge SF-Romane. Sein neuester könnte thematisch nicht näher am Puls der Zeit liegen, dreht es sich darin doch um Klimawandel, Gentechnik und dubiose Machenschaften.

Noch aktueller geht es nicht!



 

 

Oktober

2021

Kim Stanley Robinson beschreibt in seinen Romanen häufig düstere Zukunftsszenarien, die jedoch auf Basis aktueller Entwicklungen überaus realistisch sind. Im Gegensatz zu vielen anderen gibt er sich aber nicht mit dem bloßen Ausschlachten des dystopischen Settings zufrieden, sondern zeigt mögliche Auswege und Lösungen auf. Engagiert, faktenreich und klug - und genau damit dürfen wir auch diesmal wieder rechnen.



 

 

September

2021

Der Panini Verlag baut sein SF-Programm gerade kräftig aus und veröffentlicht einige Romane, auf deren deutsche Übersetzung man kaum noch zu hoffen wagte: So erwartet uns demnächst z.B. die im Original bereits 2017 erschienene Space Opera "Der Sterne Zahl" ("The Stars are Legion") der von zahlreichen Award-Nominierungslisten bekannten US-Amerikanerin Kameron Hurley. Für das ambitionierte Panini-Programm heißt es also: Daumen drücken! Und weil das alleine nicht reicht: Bücher kaufen!



 

 

August

2021

Von Endzeitspezialist G. Michael Hopf ("The End"-Reihe) stammt dieser neue Postapokalypse-Thriller, dessen Titel, Cover und Inhaltsangabe an "Mad Max: Fury Road" denken lassen und auf jede Menge Action, Tempo, Hitze, Staub und Ressourcenknappheit hoffen lassen. Also einfach abschalten und mit Vollgas hinein ins Spektakel! Muss auch mal sein.



 

 

Juli

2021

Im amerikanischen Original bereits 2018 veröffentlicht und nun in der Übersetzung von Oliver Plaschka auch in deutschen Buchläden erhältlich: Der Debütroman von M.K. England. Sier begeistert sich nach eigener Aussage in geradezu übertriebenem Maße für Weltraum und Wissenschaft, Geeks und Fandom, Games und Star Wars. So wurde "Die Verstoßenen" dann auch zu einer Space Opera mit Humor, Action, einer Prise Irrsin und reichlich Nerd-Referenzen.

Das müsste doch ein großer Spaß werden!



 

 

Juni

2021

 Wer meint, die aktuelle Pandemie sei aufgrund gewisser Einschränkungen auch für Nicht-Erkrankte so richtig schlimm, sollte mal einen Blick in den Debütroman von Katie M. Flynn werfen. Dort herrscht eine Ausgangssperre, die ihren Namen auch verdient! Und die genial erscheinende Maßnahme, das Bewusstsein Verstorbener in Roboter hochzuladen, damit diese einem dann Gesellschaft leisten, entpuppt sich als zusätzlicher Albtraum ... für die Roboter!



 

 

Mai

2021

Nach "Terra" (2018) erscheint mit "Behemoth" ein neuer waschechter Science-Fiction-Roman der (nun nicht mehr "nur") Fantasyspezialisten Tom und Stephan Orgel. Darin geht es um drei Generationenschiffe mit ganz unterschiedlichen Besatzungen, die auf ihrer langen Reise zu einer "neuen Erde" miteinander konkurrieren und sich plötzlich auch noch einem geheimnisvollen Raumschiffwrack gegenübersehen.

Klingt spannend und spektakulär!



 

 

April

2021

Die klassische Raumschiff-im-All - Covergestaltung mag nicht sonderlich originell sein, doch davon abgesehen bringt der neue Plan 9 - Verlag durchaus frischen Wind in die hiesige SF-Landschaft: Unbekannte wie renommierte Autorinnen und Autoren; internationale und nationale Talente; Space Operas, Hard SF, Science Fantasy, Kurzgeschichten ... schöne Mischung! In diesem Monat gibt's einen KI- / Raumschiff- Thriller von der aus dem Fantasybereich kommenden Hamburgerin Calin Noell. Da schauen wir doch einfach mal rein.



 

 

März

2021

Die Werke des Amerikaners Wil McCarthy wurden vielfach gelobt und bereits für so bedeutende Preise wie Nebula-, Locus- oder Philip-K.-Dick-Award nominiert; deutsche Übersetzungen lagen bisher trotzdem noch nicht vor. Mit diesem Roman (übrigens seinem ersten nach jahrelanger Schreibpause), der uns in die Steinzeit zurückversetzt und dort spektakuläre Überraschungen bereithält, ist es nun endlich soweit.



 

 

Februar

2021

Mara Laue veröffentlicht seit über zwei Jahrzehnten Romane in verschiedensten Genres; im SF-Bereich war sie mehrfach als Serienautorin tätig, u.a. für "Rex Corda" oder "Mission Phoenix". Der noch junge Plan9 - Verlag bringt nun eine Space Opera von ihr heraus, in der wir uns auf fremde Planeten, geheimnisvolle Waffen und eine interessante Raumschiffcrew freuen dürfen.



 

 

Januar

2021

Zugegeben, die Story wirkt alles andere als neu: Die Menschheit befindet sich im Krieg mit einem übermächtig erscheinenden Feind und nur ein wilder Haufen aus Abenteurern kann die Galaxis retten. Doch wenn's gut geschrieben ist, kann so etwas natürlich immer wieder Spaß machen. Geben wir dem Roman des Australiers John Birminham - seit längerem mal wieder ins Deutsche übersetzt - also eine Chance. Nur dann wird es auch die bereits angekündigte Fortsetzung zu uns schaffen ...