Die Neuerscheinung des Monats



An dieser Stelle soll monatlich eine Neuerscheinung vorgestellt werden. Und zwar diejenige, die - wie immer

nach streng subjektiven Kriterien beurteilt - am interessantesten erscheint.

 

Das kann beispielsweise eine lang erwartete Erstübersetzung sein 

oder der neueste Roman einer besonders verdienten Autorin

oder das spannend klingende Debüt eines Newcomers

oder ein endlich wieder neu aufgelegter Klassiker.

 

Für alle diese Empfehlungen gilt:

Sie erscheinen ja erst im aktuellen Monat und wurden somit in der Regel noch nicht durch sf-Lit "getestet".

Es handelt sich also nicht um Erfahrungsberichte oder gar Rezensionen, sondern sozusagen um erwartete Highlights.

Lesen und urteilen müssen wir also alle erst noch selber! Nein, müssen wir natürlich nicht - aber dürfen wir!


 

 

Juli

2021

Im amerikanischen Original bereits 2018 veröffentlicht und nun in der Übersetzung von Oliver Plaschka auch in deutschen Buchläden erhältlich: Der Debütroman von M.K. England. Sier begeistert sich nach eigener Aussage in geradezu übertriebenem Maße für Weltraum und Wissenschaft, Geeks und Fandom, Games und Star Wars. So wurde "Die Verstoßenen" dann auch zu einer Space Opera mit Humor, Action, einer Prise Irrsin und reichlich Nerd-Referenzen.

Das müsste doch ein großer Spaß werden!



 

 

Juni

2021

 Wer meint, die aktuelle Pandemie sei aufgrund gewisser Einschränkungen auch für Nicht-Erkrankte so richtig schlimm, sollte mal einen Blick in den Debütroman von Katie M. Flynn werfen. Dort herrscht eine Ausgangssperre, die ihren Namen auch verdient! Und die genial erscheinende Maßnahme, das Bewusstsein Verstorbener in Roboter hochzuladen, damit diese einem dann Gesellschaft leisten, entpuppt sich als zusätzlicher Albtraum ... für die Roboter!



 

 

Mai

2021

Nach "Terra" (2018) erscheint mit "Behemoth" ein neuer waschechter Science-Fiction-Roman der (nun nicht mehr "nur") Fantasyspezialisten Tom und Stephan Orgel. Darin geht es um drei Generationenschiffe mit ganz unterschiedlichen Besatzungen, die auf ihrer langen Reise zu einer "neuen Erde" miteinander konkurrieren und sich plötzlich auch noch einem geheimnisvollen Raumschiffwrack gegenübersehen.

Klingt spannend und spektakulär!



 

 

April

2021

Die klassische Raumschiff-im-All - Covergestaltung mag nicht sonderlich originell sein, doch davon abgesehen bringt der neue Plan 9 - Verlag durchaus frischen Wind in die hiesige SF-Landschaft: Unbekannte wie renommierte Autorinnen und Autoren; internationale und nationale Talente; Space Operas, Hard SF, Science Fantasy, Kurzgeschichten ... schöne Mischung! In diesem Monat gibt's einen KI- / Raumschiff- Thriller von der aus dem Fantasybereich kommenden Hamburgerin Calin Noell. Da schauen wir doch einfach mal rein.



 

 

März

2021

Die Werke des Amerikaners Wil McCarthy wurden vielfach gelobt und bereits für so bedeutende Preise wie Nebula-, Locus- oder Philip-K.-Dick-Award nominiert; deutsche Übersetzungen lagen bisher trotzdem noch nicht vor. Mit diesem Roman (übrigens seinem ersten nach jahrelanger Schreibpause), der uns in die Steinzeit zurückversetzt und dort spektakuläre Überraschungen bereithält, ist es nun endlich soweit.



 

 

Februar

2021

Mara Laue veröffentlicht seit über zwei Jahrzehnten Romane in verschiedensten Genres; im SF-Bereich war sie mehrfach als Serienautorin tätig, u.a. für "Rex Corda" oder "Mission Phoenix". Der noch junge Plan9 - Verlag bringt nun eine Space Opera von ihr heraus, in der wir uns auf fremde Planeten, geheimnisvolle Waffen und eine interessante Raumschiffcrew freuen dürfen.



 

 

Januar

2021

Zugegeben, die Story wirkt alles andere als neu: Die Menschheit befindet sich im Krieg mit einem übermächtig erscheinenden Feind und nur ein wilder Haufen aus Abenteurern kann die Galaxis retten. Doch wenn's gut geschrieben ist, kann so etwas natürlich immer wieder Spaß machen. Geben wir dem ersten übersetzten Roman des Australiers John Birmingham also eine Chance. Nur dann wird es auch die bereits angekündigte Fortsetzung zu uns schaffen ...



 

 

Dezember

2020

Der Debütroman des Schweizers Oscar Winter entführt uns in eine dystopische Zukunft, in der weite Teile der Erde zu glühendheißen Wüsten geworden sind. In den Überresten vergangener Zivilisationen findet sich Erstaunliches. Was steckt dahinter? Und wieviel Mad Max erwartet uns in dieser Welt?
Wir werden es erleben!


 

 

November

2020

Dirk van den Booms "Der kalte Krieg" - Trilogie bietet alles, was eine Space Opera braucht: Raumschiffe, Aliens, Abenteuer, Freunde, Feinde, Verstrickungen, Wendungen ... und außerdem geht es mal wieder um Alles! Die Geschichte, die mit dem Auftaktband "Canopus" begann und dem zweiten Teil "Aume reist" fortgeführt wurde, erfährt nun ihr spektakuläres Finale. Das wird doch sicher wieder ein großer Spaß!



 

 

Oktober

2020

Klimawandel einmal anders: In diesem dreißig Jahre in der Zukunft angesiedelten Debütroman des Briten Andrew Hunter Murray hat die Erde aufgehört, sich zu drehen. Die Folge ist Eiseskälte auf der einen Seite, gewaltige Hitze auf der anderen. Nur ein schmaler Streifen in der Dämmerzone ist noch bewohnbar. In diesem dramatischen Umfeld entspinnt sich eine spannende Thrillerhandlung, in der es um nichts geringeres als um "die Zukunft der Welt" geht.


 

 

September

2020

Zuletzt präsentierte Andreas Eschbach mit der "Perry Rhodan"-Vorgeschichte einen Roman mit eng definierter Zielgruppe und mit "NSA" einen, der neben der hochgelobten Grundidee auch berechtigte Kritik einstecken musste. Nun erwartet uns mal wieder ein "klassisches" SF-Setting (Gentechnik, ferne Planeten), das sämtliche Eschbach-Fans interessieren dürfte. Wir sind gespannt und freuen uns auf über 1.200 Seiten.


 

 

August

2020

Dass Bienen für das Ökosystem des gesamten Planeten Erde wichtig, womöglich gar unersetzlich sind, ist keine neue Erkenntnis und spätestens seit Maja Lundes Bestseller auch in der Literatur ein prominentes Thema. Diese Anthologie des Art Skrips Phantastik - Verlags präsentiert nun neue Ideen und Ansätze in Form von zehn Kurzgeschichten deutschsprachiger Autorinnen und Autoren, um uns eine Welt ohne, nach oder sogar mit "ganz neuen" Bienen vorzustellen. Brandaktuell und hochinteressant!


 

 

Juli

2020

In der rund siebzigjährigen Geschichte des wohl wichtigsten SFF-Preises der Welt, dem Hugo Award, kam es erst ein einziges Mal vor, dass in drei aufeinanderfolgenden Jahren sämtliche Teile einer Trilogie in der Kategorie "Bester Roman" gewannen: N.K. Jemisins "Die große Stille" - Reihe hat es geschafft! Mit der Veröffentlichung des Abschlussbandes "Steinerner Himmel" ist sie ab sofort auch in deutscher Übersetzung vollständig erhältlich. Pflichtlektüre! 


 

 

Juni

2020

Zoe Beck schreibt überwiegend Krimis und Thriller, die gelegentlich auch schon mal in der Zukunft angesiedelt sein können. So auch hier: "Paradise City" spielt im teilweise unbewohnbar gewordenen Deutschland, wo viele Bereiche des täglichen Lebens von Algorithmen bestimmt werden. In dieser Kulisse stößt eine Journalistin auf ein Geheimnis gewaltigen Ausmaßes. Der Roman wird als "Thriller" vermarktet und entsprechend spannend dürfte es zugehen. Und das in einem interessanten SF-Setting: Sehr schön!


 

 

Mai

2020

Das Subgenre Climate Fiction, in dessen Geschichten der Klimawandel und seine Folgen nicht als bloße Kulisse dienen, sondern tatsächlich im Mittelpunkt der Handlung stehen, könnte aktueller nicht sein - ist aber hierzulande erstaunlicherweise noch relativ selten vorzufinden. Einen Beitrag, um daran etwas zu ändern, soll diese Anthologie mit Storys namhafter wie auch unbekannterer AutorInnen der deutschsprachigen SF leisten. Das macht neugierig!


 

 

April

2020

Dieser Roman der ägyptischen Schriftstellerin, Psychiaterin und Menschenrechtsaktivistin Basma Abdel Aziz erschien im Original bereits im 2013. Er erzählt von einem fiktiven arabischen Staat, einer gescheiterten Revolution, einem unterdrückten Volk und einem ominösen Tor, hinter dem angeblich Hilfe wartet. Was es wohl wirklich damit auf sich hat? Sehr erfreulich, dass uns nach den Erfolgen chinesischer Phantastik nun auch Werke aus anderen Ländern und Kulturkreisen zugänglich gemacht werden.


 

 

März

2020

SF-Kurzgeschichtenanthologien sind hierzulande selten geworden, v.a. bei den großen Verlagen findet man sie kaum noch. Nun lässt Heyne diese vernachlässigte Tradition mit einem besonderen Leckerbissen wieder auferstehen: Kurzgeschichten aus China! Nach den Erfolgen eines Cixin Liu wurden zuletzt bereits mehrere Romane seiner Landsleute veröffentlicht (Hao Jingfang, Qiufan Cheng); nun hat Ken Liu eine Sammlung herausgegeben, die neben Storys der drei Genannten auch solche von hierzulande bisher noch unbekannten Namen enthält. Spannend!


 

 

Februar

2020

Nach "Electric State" die zweite ins Deutsche übersetzte Geschichte des schwedischen Künstlers Simon Stalenhag, die zudem auch schon als Spiel und Serie adaptiert wurde bzw. wird. Originelle Story und v.a. außergewöhnliche und absolut phantastische Bilder führen uns durch eine mysteriöse 80er-Jahre-Parallelwelt.
Die illustrierten Romane Stalenhags sind einfach ein wunderbares, ein geniales Konzept! 


 

 

Januar

2020

Fortsetzungen von hervorragenden Geschichten halten erfahrungsgemäß nicht immer, was man sich von ihnen erhofft. Doch Adrian Tchaikovskys Roman "Die Kinder der Zeit" über intelligent gewordene Spinnen- und Ameisenpopulationen war dermaßen originell und gelungen, dass sich in diesem Fall ein Blick auf den zweiten Teil ganz bestimmt lohnt. Das muss doch einfach gut werden!